2022 hat die Stadt Puchheim nach zwölf Jahren Pause wieder einen eigenen Leserpreis ins Leben gerufen. Im November wurde der Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, im Puchheimer Kulturcentrum PUC verliehen. Prämiert wurden vor allem Erstlingswerke, die im Jahr 2022 erschienen sind. Zur Auswahl standen vier Romane, die von einem von der Stadt berufenen Auswahlgremium vorgestellt und begleitet wurden. Während kleinerer Veranstaltungen, Lesungen und Diskussionsrunden in verschiedenen Puchheimer Veranstaltungsorten wurden die Bücher den Puchheimer Leserinnen und Lesern vorgestellt. Anschließend wurden die Puchheimerinnen und Puchheimer aufgerufen, für das Buch, das ihnen am besten gefällt, abzustimmen. Unter allen Teilnehmenden wurden attraktive Preise verlost.
Initiator des Preises war 1985 der damalige Erste Bürgermeister, Dr. Herbert Kränzlein. 2010 wurde der Preis zum letzten Mal verliehen. Er ging an Lena Gorelik. Das Besondere war schon damals, dass nicht eine Jury über die Gewinnerin oder den Gewinner entschied, sondern die Puchheimerinnen und Puchheimer zur Abstimmung aufgerufen waren.
Die Vorauswahl der nominierten Bücher erfolgte über das Auswahlgremium. Die vier Mitglieder begleiteten jeweils eine Autorin oder einen Autor und stellten deren Werk in Puchheim vor. Neben Nicola Bräunling (Buchhandlung Bräunling) gehörten Janine Weinberger (Leitung Stadtbibliothek), Mandy Frenkel (Kunst und Kultur Stadt Puchheim) und Thomas Edlinger (Mitglied im Vorstand des Kulturvereins Puchheim e.V.) dem Auswahlgremium für den Puchheimer Leserpreis an.
Die Puchheimerinnen und Puchheimer konnten aus den folgenden vier Werken ihren Favoriten wählen:
Laura Cwiertnia: Auf der Straße heißen wir anders
1987 in Bremen geboren, studierte Laura Cwiertnia Regionalstudien Lateinamerika sowie Politikwissenschaften in Köln und dem spanischen Granada. Bevor sie im August 2021 als stellvertretende Ressortleiterin ins Ressort Green der ZEIT wechselte, war sie Redakteurin im Wirtschaftsressort der ZEIT und bei ZEIT Campus sowie Chefredakteurin des Magazins „Matices“. Heute schreibt sie vor allem über Klima und Protest, Armut und Ungleichheit, Spanien und Lateinamerika. Zum Inhalt des Buchs: Auf berührende Weise wird hier eine generationenübergreifende Migrationsgeschichte erzählt. Sie handelt von der Sehnsucht nach Heimat und dem Kampf gegen die Ausgrenzung.
Franziska Fischer: In den Wäldern der Biber
Franziska Fischer wurde 1983 in Berlin geboren, hat einige Zeit im Ausland verbracht und ist mittlerweile aus der Stadt herausgezogen. Sie studierte Germanistik und Spanische Philologie an der Universität Potsdam und arbeitet als freiberufliche Autorin und Lektorin. Zum Inhalt des Buchs: Eine wundervolle Großvater-Enkelin-Beziehung, mit viel Liebe erzählt. Ein Buch zum Ankommen, Wohlfühlen und Träumen.
Annika Domainko: Ungefähre Tage
Geboren 1988, studierte Annika Domainko Latinistik und Klassische Archäologie in Heidelberg und Cambridge. Seit 2018 arbeitet sie als Sachbuch-Lektorin. „Ungefähre Tage“ ist ihr Debüt. Zum Inhalt des Buchs: Ein Pfleger und eine ihm anvertraute Patientin kommen sich näher als ihnen guttut. Geschaffen werden zwei ergreifende Seelenbilder, die verzweifelt der Abgründigkeit ihres Seins entrinnen möchten.
Fatma Aydemir: Dschinns
Fatma Aydemir wurde 1986 in Karlsruhe geboren. Sie lebt in Berlin und ist Kolumnistin und Redakteurin bei der taz. 2017 erschien ihr Debütroman „Ellbogen“, für den sie mehrere Preise erhielt. Auch Dschinns wurde bereits mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet. Zum Inhalt des Buchs: Eine großartige Geschichte einer Familie, die Anfang der 70er-Jahre nach Deutschland kommt und sich 30 Jahre später zur Beerdigung des Vaters in Istanbul trifft. Die besondere Darstellung jeder einzelnen Person ist ein ganz besonderes Leseerlebnis.