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Mit Zuversicht ins Jahr 2023

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

der Jahreswechsel ist begleitet mit guten Wünschen und besten Absichten. Für 2023 spricht man sich besonders viel Hoffnung zu nach dem Motto „Nach diesem anstrengenden 2022 muss es einfach besser und gut werden“. Ist denn dieser Optimismus berechtigt? Oder handelt es sich eher um Zweckoptimismus? Sind wir nach fast drei Jahren verschiedenster Krisen endlich durch das Tal der Probleme durch oder zeichnet sich gerade der Anfang einer „Zeitenwende“ ab, die uns noch weit mehr zumutet, als zuletzt durchgestanden?

Zuverlässige Antworten stehen aktuell nicht zur Verfügung und gerade dies erzeugt Unsicherheit und Sorge. Dennoch muss man sich als verantwortlicher Politiker für eine Strategie entscheiden. Meiner Einschätzung nach sind wir global aber auch in Europa an einem Punkt angekommen, an dem sich die latenten Schäden der Wohlstands- und Wachstumsökonomie auswirken, sodass politische Systeme und gesellschaftliche Lebensentwürfe sich neu bzw. anders ausrichten müssen.

Der Klimawandel hat langfristige Folgen, die nicht mit einigen Hitzewellen oder trockenen Bachläufen abgetan sind. Kriege mögen mit Großmachtswahn einzelner Despoten erklärt werden, jedoch geht es hier vielmehr um politische Entscheidungsmacht, um Demokratie, um Freiheit und um Rechtsstaatlichkeit, und Corona hat ein klares Schlaglicht auf die Verletzlichkeit unserer Gesundheit geworfen, die Ungleichheiten weltweit verstärkt und die Anfälligkeit unseres globalen Wirtschaftssystems offenbart. Letzteres gilt übrigens genauso für den Energiesektor. Zusammengefasst: Die Krisen und Herausforderungen sind sicher nicht vorbei, sondern werden jetzt erst richtig loslegen.

Vor Ort in unserer Stadt haben wir nach jetzigem Stand recht gute Voraussetzungen für die Bewältigung dieser Krisen. Der Klimawandel trifft uns Gott sei Dank aufgrund der geographischen Lage weniger hart, unser Trinkwasser ist gesichert, Hitze ist durch viel Grün erträglicher, durch Überschwemmungen sind relativ wenige gefährdet. Auch ist die Gesundheitsversorgung in der Region München eine der besten überhaupt. Dass wir in den Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen rücken, kann ich mir nicht vorstellen. Selbst wirtschaftliche Schläge wie Inflation oder Energieknappheit können wir abfedern, weil der Freistaat Bayern und auch die Stadt Puchheim über ausreichende finanzielle Mittel verfügen.

Alle diese Bedingungen machen es uns leichter, mit den anstehenden Veränderungen zurechtzukommen, aber sie werden uns die Auseinandersetzungen und Veränderungen nicht ersparen. Konzentriert, klug und konsequent müssen wir unsere Vorhaben auf diese vor uns liegende Zeitenwende abstimmen. Das betrifft unter anderem Bildung, Energie, Klimaschutz, Mobilität, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Flächenverbrauch, Stärkung der Demokratie, Umgang mit Geflüchteten.

Ich bin sehr optimistisch, dass es uns in Puchheim gelingt, mit den Herausforderungen, Krisen und Veränderungen zurechtzukommen. Diese Zuversicht speist sich aus den positiven Erfahrungen der letzten schwierigen Jahre und stützt sich auf die tragenden Grundstrukturen hier vor Ort. Ja, Zweckoptimismus ist auch dabei, weil Pessimismus und Jammerei erst recht nichts weiterbringen.

Liebe Puchheimerinnen und Puchheimer, ich wünsche Ihnen allen ein gutes Jahr 2023. Mögen nicht mehr ganz so viele Probleme auf uns hereinprasseln und nutzen wir alle die Chancen, um uns auf die Zukunft nachhaltiger vorzubereiten.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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