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Kinder in Puchheim

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

obwohl wir von schwerwiegenden Krisen wie Corona, Klimawandel, Ukraine-Krieg gebeutelt sind, müssen das öffentliche Leben und die Arbeit in einer Stadt weitergehen. An einigen Projekten im Bereich der Kinderbetreuung möchte ich Ihnen kurz skizzieren, welche Herausforderungen angegangen werden.

Die Situation in der Kinderbetreuung ist in Puchheim dadurch gekennzeichnet, dass die Stadt eine ausreichende Anzahl an Betreuungsplätzen in den Einrichtungen baulich vorhält. Für jedes Kind gibt es einen Stuhl und einen Garderobenhaken. Alle Kitas sind vertraglich an unterschiedliche Träger vergeben, die für den Betrieb verantwortlich sind. Hierzu gehört insbesondere die Besetzung mit qualifiziertem Personal. Seit Jahren kämpfen die Träger um jede:n Erzieher:in, damit sie ihre Verpflichtung zur Einhaltung des Kita-Betreuungsschlüssels erfüllen können. Der mitunter hohe Krankenstand durch Corona hat diese Aufgabe noch zusätzlich erschwert, sodass es vereinzelt zu Kürzungen der Öffnungszeiten und zur übergangsweisen Schließung von ganzen Gruppen kommt. Der Markt für Kita-Personal ist schlichtweg leergefegt und um die neuen und wechselwilligen Fachkräfte konkurrieren alle Einrichtungen von München bis Moorenweis.

Die Stadt hat sich sehr frühzeitig um diese schwierige Situation gekümmert und versucht, die Träger hier weitreichend zu unterstützen – einerseits mit Fördergeldern zur Großraum-München-Zulage und andererseits mit der Ausfinanzierung eines Qualitätsfonds, der auf die Bezuschussung sowohl von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen als auch auf Team-Building, Fortbildung und Gesundheitsprävention setzt. Die Einrichtungen erkennen diese Kombination als nützlich an. Zusätzlich bieten wir als Stadt bezahlbare Wohnungen an, die insbesondere für Berufseinsteiger:innen einen Bonusfaktor darstellen. Dass einige Kinder in Armut und sozialen Schieflagen, mit gesundheitlichen Einschränkungen oder in einem schwierigen Wohnumfeld aufwachsen, gilt auch für Puchheim. Über die Initiative „Jugendamt vor Ort“, die als Modellprojekt des Landratsamtes durch die Stadt erheblich mitfinanziert wurde, zeigen sich sehr gute Fortschritte in der Sozialarbeit für das Wohl dieser Kinder, sodass dieser Ansatz auf weitere Kommunen des Landkreises ausgeweitet wird. Damit Corona in den Kitas eingedämmt wird, hat die Stadt für alle Einrichtungen die Organisation der PCR-Pool-Testung übernommen und ein Labor gefunden, das diese Tests durchführt. Trotz der Lockerungen der Auflagen macht ein regelmäßiger Gruppentest weiterhin Sinn, um Erkrankungen und Personalausfälle zu verhindern.

Während die Kita-Träger Organisation und Pädagogik der Betreuung gewährleisten, muss die Kommune ausreichend Plätze zur Verfügung stellen. Das gelingt uns auch deshalb sehr zuverlässig, weil Puchheim seit Jahrzehnten eine vorausschauende Sozialraumplanung durchführt, aus der heraus Kinderhäuser frühzeitig gebaut bzw. erweitert werden. Die Kita auf dem Alois-Harbeck-Platz wird mittelfristig in der Josefstraße neu und größer entstehen und eine neue Kita mit drei Gruppen wird es hinter der Laurenzer Grundschule geben nach der Zwischennutzung als Klassenzimmer während des Schulumbaus. Kinderparks, so wie im Alten Schulhaus in der Augsburger Straße, können niederschwellige Zugänge anbieten. Inwieweit die aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen in Kitas und Schulen ihren Platz finden können, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Auf jeden Fall arbeiten alle Verantwortlichen auf Hochtouren an Lösungen und Angeboten, die über Willkommensklassen, Deutschkurse, Gruppentreffen im Jugendzentrum STAMPS bis hin zur Beschäftigung von ukrainischen pädagogisch ausgebildeten Fachkräften gehen. Wenn Sie sich einbringen oder engagieren wollen, würde dies sehr helfen.

Gute Kinderpolitik ist auf Kommunikation mit den Eltern angewiesen und auf Beteiligung der Kinder. Ersteres wollen wir durch einen neu einzurichtenden Familienrat bewerkstelligen, Zweiteres ist eine Art „Grundgesetz“ hier in Puchheim, dem wir uns als „Kinderfreundliche Kommune“ verpflichtet haben. Gerade nach Corona in den Zeiten eines Krieges gilt es, einen noch größeren Fokus auf den Schutz und die Rechte von Kindern zu richten. Es geht hierbei um nichts weniger als um die Zukunft unserer Gesellschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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