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Lassen Sie sich impfen!

Liebe Puchheimerinnen, liebe Puchheimer,

Corona bestimmt immer noch unseren Alltag. Die Zahlen, die derzeit für den Landkreis und für Bayern veröffentlicht sind, versprechen wenig Entspannung für die Weihnachtszeit. Wir stecken also mittendrin, in einer vierten oder x-ten Welle und verstehen nicht, warum das so ist, wenn fast zwei Drittel geimpft sind, wenn überall Desinfektionsmittel stehen, wenn wir beim Einkaufen FFP2-Maske tragen, wenn wir nur sehr zögerlich zu Veranstaltungen gehen. Dennoch haben wir die höchsten Infektionszahlen seit Beginn dieser Pandemie. Kann dieses letzte Drittel Ungeimpfter wirklich so viele neue Infektionen auslösen? Schützen die Vakzine angesichts der Impfdurchbrüche doch nicht so umfänglich? Hat „die Politik“ immer noch nicht gelernt und mit dem Landeswirrwarr an Corona-Regeln die Pandemie chronisch unterschätzt? Es wird auf viele dieser Fragen erst einmal keine sicheren Antworten geben. Die Zahlen, Daten und Berechnungen derjenigen, die sich wissenschaftlich mit Corona auseinandergesetzt haben, sind jedoch eindeutig. Evident und prognostisch belastbar. Die Mediziner, Statistiker und Forscher hatten mit ihren Aussagen eigentlich immer recht. Vielleicht ist es ja ein Wesenszug des Menschen, dass man sich negativen Vorhersagen nicht stellen will nach dem Motto: So schlimm wird es schon nicht werden. Wenn sich die Warnungen dann aber doch immer wieder als richtig herausstellen, sollte man sich konsequent auf eine andere Herangehensweise festlegen und auf die Forderungen bzw. Empfehlungen der Fachleute reagieren.

Für Corona bedeutet das, dass sich alle so schnell wie möglich impfen lassen. Wenn eine Impfpflicht allgemein nicht durchsetzbar ist, dann sollen zumindest in festgelegten Bereichen und bei bestimmten Berufsgruppen Impfnachweise gefordert werden können. Die Möglichkeiten, dass Ungeimpfte andere anstecken können, müssen extrem verringert werden, indem die 2G-Regel eingehalten wird, indem jeder den eigenen Infektionsstatus durch kostenlose Testung nachweisen kann. Zudem sollte man endlich Daten – zum Beispiel in Betrieben oder Organisationen – darüber erheben dürfen, wer geimpft oder genesen ist, damit man individuelle Regelungen für den Arbeitsbereich treffen kann. Ich kann schwer nachvollziehen, dass wir alle zwar für Facebook oder Amazon großzügig sind und unendlich viele Informationen preisgeben, aber ich als Verantwortlicher für über 150 Mitarbeitende aus Datenschutzgründen nicht fragen darf, wer sich denn nicht impfen lassen will oder kann.

Selbstverständlich müssen die Rechte von Minderheiten besonders aufmerksam geschützt werden, eben weil sie schnell von der Mehrheit übergangen werden. Aber es gilt auch der Grundsatz, dass die Rechte der Einzelnen dort auf Grenzen stoßen, wo die Rechte der Anderen beeinflusst werden. Ich bin der Meinung, dass wir den Punkt erreicht haben, an dem striktere Verordnungen in die Freiheitsrechte der Einzelnen eindringen müssen, um in diesem klar umrissenen Feld Corona die Gesundheit beziehungsweise das Überleben zu gewährleisten.

Ich würde mir wünschen, dass die Querdenker und Impfverweigerer erkennen, dass es zurzeit nicht um ihre individuelle Befindlichkeit geht, sondern um die Gesellschaft als Ganzes, zu der sie auch gehören. In Notlagen zeigen wir größere Menschlichkeit, weil wir über unsere Schatten springen können, weil wir Opfer für unsere Allgemeinheit leisten, weil wir eben persönliche Nachteile in Kauf nehmen. Und wenn einige wenige sich nicht mehr für die abstrakte Gemeinschaft interessieren, dann sollten sie zumindest ihren Beitrag leisten für die konkreten Menschen, die in den Krankenhäusern über den Erschöpfungsstatus hinaus arbeiten. Denen hilft einzig, dass weniger Leute an Corona erkranken. Geben Sie sich einen Ruck, lassen Sie sich impfen und motivieren auch Sie Ihre Bekannten zum Impfen. Haben Sie Vertrauen in die Wissenschaft, in die Fachleute und passen Sie auf, egal welchen G-Status Sie haben, dass Sie niemanden anstecken.

 

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Seidl

Erster Bürgermeister

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