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Bürgerversammlung in Puchheim-Ort am 22. November 2017

Bürgerversammlung Puchheim-Ort 2017

Zur zweiten Puchheimer Bürgerversammlung des Jahres kamen in Puchheim-Ort im Pfarrheim Maria Himmelfahrt am 22. November ungefähr 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen. Nach einer musikalischen Einstimmung durch ein kleines Ensemble des Puchheimer Blasorchesters hieß Erster Bürgermeister Norbert Seidl die Bürgerinnen und Bürger, die Vertreter von Presse, Verwaltung und Polizei, die anwesenden Stadträte, die Feuerwehr sowie die Vereine herzlich willkommen. Sodann zeichnete er den Feuerwehrmann Johannes Kaspar mit einer Ehrenurkunde und einem Präsent für 40 Dienstjahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Puchheim-Ort aus.

 

In seinem Lagebericht ging der Bürgermeister auf die Themenfelder Wohnen, Stadtmitte, Soziales, Mobilität und Finanzen ein. Seidl betonte, dass es auch in einer aktiven, präsenten und bürgernahen Stadt wie Puchheim, in der viele Dinge wie Sicherheit und Ordnung geregelt seien, Herausforderungen gebe, die nicht zuletzt auch Puchheim-Ort beträfen. Hier sprach er zunächst das Thema Wohnen an, das sich vor allem für diejenigen Menschen als schwierig gestalte, die über geringe finanzielle Mittel verfügen. Er erläuterte in diesem Zusammenhang die Instrumente, die die Stadt 2017 eingesetzt habe, um das „Schlimmste zu verhindern“, und zwar den Mietspiegel, die Zweckentfremdungssatzung für Wohnraum, den Ankauf von Immobilien durch die Städtische Wohnraumentwicklungsgesellschaft WEP, die Bauleitplanung sowie den Einfluss der Stadt in der interkommunalen Zusammenarbeit. Auch in Puchheim-Ort werde viel gebaut und verdichtet, daraus ergäben sich Folgekosten für die Stadt, beispielsweise durch die Bereitstellung von Kindereinrichtungen. Aber auch die Anwohner müssten die Auswirkungen des Bauens wie Mobilität, Lärm und Unruhe „aushalten“, sich an die neuen Gebäude gewöhnen. Daher plädierte er dafür, sich in Puchheim-Ort Zeit zu lassen, denn die Zahlen des Leitplans für das Bevölkerungswachstum würden bereits im kommenden Jahr überschritten. In seinen Ausführungen zum Thema STADTMITTE stellte er die weiteren für 2018 geplanten Schritte dar, und zwar die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs und den Satzungsbeschluss der Bebauungsplanaufstellung im Frühjahr. Anschließend ging der Bürgermeister im Rahmen des Themas Soziales auf diejenigen Bevölkerungsgruppen ein, für die das Sozialamt Hilfen finden muss, und deren Fallzahlen zunehmen. Beispielhaft nannte er den Familienstützpunkt, das Programm Soziale Stadt, die Tafel, die „soziale Friedensarbeit“ des Asylhelferkreises sowie grundsätzlich das Engagement der vielen Freiwilligen, deren Einsatz einen unschätzbaren Wert für die Stadt habe. Beim Thema Mobilität sprach er sich für die Nutzung von Alternativen zum Auto aus, das System sei „ausgereizt“. Nach der Erläuterung der insgesamt guten Finanzlage der Stadt führte Seidl die anwesenden Bürgerinnen und Bürger durch einen kurzen Jahresüberblick und beleuchtete die wichtigsten Ereignisse der letzten zwölf Monate.

 

Dem Lagebericht schlossen sich die beiden Schwerpunktthemen Polizeiinspektion Gröbenzell sowie das Grundstück Colonial in Puchheim-Ort an. Wie bereits in der Bürgerversammlung in Puchheim-Ort zwei Wochen zuvor sprach der Polizeipräsident Oberbayern Nord, Günther Gietl, direkt zu den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern und erläuterte ihnen die geplante Neustrukturierung der Dienstbereiche in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Starnberg. Hiervon ist auch die Stadt Puchheim betroffen, die derzeit noch der dringend sanierungsbedürftigen Polizeiinspektion Gröbenzell zugeordnet ist. Da eine zufriedenstellende Sanierung des Dienstgebäudes in Gröbenzell vor allem aus Sicherheitsaspekten nicht möglich sein würde, soll zukünftig Gröbenzell in die Polizeiinspektion Olching integriert und Puchheim der Polizeiinspektion Germering zugeordnet werden. Der Polizeipräsident betonte, dass Sicherheit und Bürgernähe nicht durch ein Gebäude erreicht würden, sondern durch Polizeipräsenz auf der Straße. Deren Erhöhung sei ebenfalls Ziel der geplanten Neustrukturierung.

 

Im Rahmen des zweiten Schwerpunktthemas des Abends ging Norbert Seidl auf die geplante Nutzungsänderung des Grundstücks Colonial in Puchheim-Ort in ein sogenanntes Boardinghaus mit Hausmeisterwohnung ein, welcher viele Anwohner kritisch gegenüber stehen. Vorgesehen ist eine Vermietung von insgesamt 116 Betten bei maximaler Belegung im Erdgeschoss, zwei Obergeschossen sowie im Dachgeschoss für Zeiträume von zwei Wochen bis zu drei Monaten. Der Bürgermeister erklärte, dass laut Baunutzungsverordnung das Grundstück als Dorfgebiet eingeordnet ist, wodurch hier eine Nutzung gestattet ist, die mehr als reines Wohnen umfasst. Er verstehe die Sorgen der Anwohner, das Vorhaben sei eine „ziemlich große Nummer“, wenn alles belegt sei. Als weiteres Problem sprach er die Zahl der verfügbaren Stellplätze an, die bei 24 läge. Die Anzahl der erforderlichen Stellplätze werde durch die Garagen- und Stellplatzverordnung vorgegeben und läge nach der Definition „sechs Betten pro Stellplatz“ sogar nur bei insgesamt 20 Stellplätzen. Die Stadt habe im Baugenehmigungsverfahren dem Landratsamt nahegelegt, die höhere Stellplatzzahl festzuschreiben. Seidl resümierte abschließend, dass die Stadt wenig Einfluss auf das Projekt ausüben könne.

 

Die Fragen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger nach der Pause betrafen unter anderem die erschwerte Ausfahrt aus der Mitterlängstraße in die Eichenauer Straße. Ein Bürger forderte hier eine Verbesserung, idealerweise die Einrichtung eines Kreisverkehrs. Seidl sagte, das Problem sei erkannt, aber bestände nur zu den Stoßzeiten. Bevor man eine Maßnahme ergreifen könnte, müssten viele Seiten zusammengebracht werden. Eine weitere Frage betraf die ungeklärte Situation des kirchlichen Kindergartens in Puchheim-Ort sowie die daraus resultierende Verunsicherung, ob man dort überhaupt noch sein Kind anmelden solle. Der Bürgermeister erklärte hierzu, dass es sowohl der Kirchenverwaltung als Betreiber des Kindergartens in Puchheim-Ort als auch der Stadt nicht gelänge, die zuständigen Verantwortlichen im Ordinariat zu erreichen und die weitere Pläne für den Kindergarten zu erörtern. Zwei weitere Fragen betrafen das Projekt Geothermie, hier verwies der Bürgermeister vor allem auf die geplante Informationsveranstaltung Anfang 2018.

 

Nachdem keine weiteren Fragen mehr gestellt wurden, beendete der Bürgermeister die Versammlung um 21.20 Uhr.

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