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Theodolith und Prospekte: Spenden für das Stadtarchiv aus dem Fundus ehemaliger Mitarbeiter des Ertel-Werks

Das Stadtarchiv konnte seinen Sammlungsbestand vor kurzem um ein bedeutendes Objekt zur Wirtschaftsgeschichte Puchheims erweitern. Frau Ingeborg Stöcker aus Gröbenzell schenkte dem Stadtarchiv Puchheim ein Präzisionsgerät aus dem „Ertel-Werk für Feinmechanik München“.
Ertel-Theodolit
Neuzugang im Sammlungsgut des Stadtarchivs: ein um 1960 im Ertel-Werk in Puchheim gefertigter Bau- und Tachymeter-Theodolit

Es handelt sich um einen um 1960 in Puchheim gefertigten Bau- und Tachymeter-Theodolit – ein Vermessungsgerät, das sich im praktischen Einsatz als außergewöhnlich handlich und widerstandsfähig erwies.

 

Das Instrument hatte Frau Stöckers verstorbenem Vater gehört. Er hieß Eduard Döring und war von 1937 bis 1945 zunächst als kaufmännischer Angestellter, dann als Gesamtbetriebsleiter und zuletzt als Prokurist beim Ertel-Werk in München beschäftigt. Durch die besonderen Verhältnisse nach Kriegsende schied er Ende Oktober 1945 aus dem Ertel-Werk aus, um im Januar 1951 erneut als Betriebsleiter und Prokurist in die Firma einzutreten. Döring organisierte 1957 den Umzug des Ertel-Werks von München nach Puchheim mit und schied im Oktober 1958 auf eigenen Wunsch aus.

 

Der Klein-Theodolit aus dem Nachlass Eduard Dörings ist im besten Erhaltungs- und Pflegezustand. Die Bauelemente des Gerätes, insbesondere das Fernrohr und die Kreisablesung, sind laut Produktbeschreibung aus dem Jahr 1961 auf eine Winkelmessgenauigkeit von 1 Grad abgestimmt. Die einseitige Fernrohrlagerung besitzt eine sehr große Tragefläche der Kippachse und macht den Theodolit leichter und handlicher. Die Nivellierlibelle am Fernrohr erlaubt Nivellements bis zu mittlerer Genauigkeit und verleiht dem Instrument größte Vielseitigkeit. Außerdem ist das Instrument mit zwei Horizontierlibellen ausgestattet.

 

Das Fernrohr des Instruments mit 18-facher Vergrößerung und einer Objektöffnung von 25 Millimetern ist von hoher optischer Qualität. Diese geht auf die ruhmreiche Geschichte des Ertel-Werkes zurück, das 1802 von Georg von Reichenbach als „Mathematisch-mechanisches Institut“ gegründet und 1821 von Traugott Leberecht von Ertel fortgeführt und fortentwickelt wurde. Reichenbach’sche Distanzstriche im Fernrohrgesichtsfeld und die Kreisteilungsintervalle auf dem Ertel-Tachymeter von 1960/61 setzen die Firmentradition konsequent fort.

 

Die großzügige Schenkung an das Puchheimer Stadtarchiv umfasst auch das Originalzubehör: Zu einen den Behälter für den Bau- und Tachymeter-Theodolit, eine wasserdichte runde Stahlhaube mit Spannverschluss und Tragriemen, zum andern ein aus Stahlteilen und einschiebbaren Holzbeinen gefertigtes Stativ mit dem Ertel-Firmenschild.

 

Dass das Gerät samt Zubehör an dieser Stelle so exakt beschrieben werden kann, verdankt das Stadtarchiv der vorangegangen Übereignung von Druckschriften und Prospektmaterial des in Puchheim ansässigen Ertel-Werkes aus dem Jahr 1961. Das Material, darunter auch eine Festschrift zum 160jährigen Jubiläum des Ertel-Werks 1962, schenkte Herr Herbert Huber aus Schöngeising dem Stadtarchiv. Er trat 1957 als Lehrling in das Ertel-Werk für Feinmechanik in Puchheim ein und blieb dort bis 1967. Das Stadtarchiv Puchheim dankt Frau Stöcker und Herrn Huber auch an dieser Stelle herzlich für die gespendeten Archivgüter. (-dre-)

 

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