Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Stadt Puchheim  |  E-Mail: info@puchheim.de  |  Online: http://www.puchheim.de

Alf Lechner ist tot – Puchheim verneigt sich vor einer großartigen Künstlerpersönlichkeit

Alf Lechner bei der Enthüllung seiner Stahlskulptur in Puchheim
Dr. Herbert Kränzlein und Alf Lechner bei der Einweihung der Stahlskulptur auf der PUC-Wiese im Juni 2001

Alf Lechner, der die Stahlskulptur „Konstellation D3“ am Puchheimer Kulturcentrum PUC geschaffen hat, ist am 25. Februar 2017 im Alter von 91 gestorben. Die Stadt Puchheim verneigt sich vor einem der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart und einer großartigen Künstlerpersönlichkeit.

 

Mit der Stahlskulptur „Konstellation D 3“ besitzt die Stadt Puchheim ein Werk eines der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Bildhauerei weltweit. Die bereits 1994 entstandene Skulptur besteht aus einem 18 Tonnen schweren konvexen und einem 9 Tonnen wiegenden konkaven Element. Die beiden Teile sind aus einem Stahlblock herausgearbeitet. „Die Proportion der Skulptur entwickelt sich aus der Gesetzmäßigkeit des Quadrats“, erklärte Alf Lechner. Die beiden Formkörper aus Stahl machen die Konstellation von Schwerkraft und Gleichgewicht, archaischer Form und stofflicher Massivität erfahrbar. Die rostrote abstrakte Skulptur korrespondiert reizvoll mit dem weißen geschwungenen Membrandach des PUC; die Konstellation von Architektur und Skulptur hat Lechner bei der Standortbestimmung akribisch berechnet. Reduktion auf einfache Formen und strenge Proportionalität hauchen der tonnenschweren Skulptur eine „Seele“ ein, die in ihrem Schwerpunkt liegt. Dem Betrachter, der sich auf Lechners Philosophie der „Einfachheit“ einlässt, erschließt sich die gewaltige Wirkkraft des rechten Maßes und eine Kunst von cartesianischer Klarheit. Seit dem Tag ihrer Einweihung am 21. Juni 2001 bereichert Alf Lechners Stahlskulptur „Konstellation D 3“ Puchheims Kulturlandschaft.

 

Alf Lechner wurde am 17. April 1925 in München geboren und lebte und arbeitete seit 2001 in Obereichstätt im Altmühltal, wo er sich eine eigene Ausstellungshalle direkt neben dem Wohnhaus gebaut hatte. Zuvor, ab Mitte der achtziger Jahre, nutzte er ein ehemaliges Heizkraftwerk in Geretsried bei München für seine Skulpturen, die ja oft ein paar hundert Tonnen wiegen. Noch als Jugendlicher kam Lechner mit dem See- und Landschaftsmaler Alf Bachmann in Berührung. Nach Abitur und Kriegsdienst bei der Marine setzte er 1946 bei Alf Bachmann das Studium der Malerei fort, ließ sich dann aber als Schlosser ausbilden und arbeitete als Gebrauchsgrafiker. 1948 gründete er die Firma Litema, Lichttechnik und Metallverarbeitung. 1963 zog er nach Degerndorf am Starnberger See um, stieg aus der Firma Litema aus und begann damit, Stahl für seine Skulpturen zu bearbeiten. Einer Gastprofessur 1990/91 folgte 1993 die Honorarprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1999 gründete er die Alf Lechner Stiftung; 2000 wurde das Alf Lechner Museum in Ingolstadt eröffnet. Er war Träger vieler besonderer Auszeichnungen und Ehrungen, unter anderem des Bayerischen Verdienstordens (2008) und der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold (2010).

 

Neben seinen autonomen, nicht für den Kunstbetrieb gedachten Werken schuf Lechner eine beachtliche Anzahl von architekturbezogenen, bis zu 150 Tonnen schweren Stahlskulpturen im öffentlichen Raum. [Werner Dreher]

 

drucken nach oben